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Porsche 911 Turbo S 2026: 711 PS, T‑Hybrid und 7min03,92s am Nürburgring

Silberner Porsche 911 Turbo S in einem modernen Ausstellungsraum mit reflektierendem Boden.

Porsche hat bereits klargemacht, dass es keinen rein elektrischen 911 geben wird – das bedeutet allerdings nicht, dass die Marke der Elektrifizierung aus dem Weg geht. Im vergangenen Jahr erschien der erste Hybrid-911 (Carrera GTS). Nun wendet der Hersteller dasselbe Grundrezept auch beim mächtigen 911 Turbo S (992.2) an.

Und „mächtig“ ist hier wörtlich zu nehmen: Das ist der stärkste Serien-Porsche 911 aller Zeiten. Erstmals durchbricht der 3,6-Liter-Boxer-Sechszylinder die 700-PS-Marke.

Konkret stehen 711 PS maximale Leistung (zwischen 6500 rpm und 7000 rpm) an – das sind 61 PS mehr als bisher. Beim maximalen Drehmoment bleibt es bei satten 800 Nm, doch das Plateau fällt deutlich breiter aus: verfügbar zwischen 2300 rpm und 6000 rpm; beim Vorgänger lag das Fenster zwischen 2500 rpm und 4000 rpm.

Was hat sich geändert?

Um diese Zuwächse zu erzielen, übernimmt der 911 Turbo S 2026 aus dem Carrera GTS das 400-V-Hybridsystem. Es trägt die Bezeichnung T-Hybrid, wurde für den Turbo S jedoch gezielt weiterentwickelt.

Der wichtigste Unterschied: Statt eines elektrischen Turboladers kommen hier zwei elektrische Turbolader (eTurbo) zum Einsatz, um das Ansprechverhalten so unmittelbar wie möglich zu machen. Die Hochvoltbatterie bleibt bei einer Kapazität von 1,9 kWh. Das 8-Gang-PDK integriert zudem einen Elektromotor und leitet die Kraft an das Allradsystem PTM (Porsche Traction Management) weiter.

Unterm Strich stehen noch brachialere Fahrleistungen – bei etwas moderateren Verbräuchen und Emissionen. Den Sprint auf 100 km/h erledigt der Turbo S jetzt in 2,5s (-0,2s), 200 km/h liegen nach 8,4s (-0,5s) an. Die Höchstgeschwindigkeit wurde dagegen reduziert: 322 km/h statt zuvor 330 km/h.

Trotz mehr Leistung und mehr Gewicht (+85 kg, insgesamt 1800 kg) – und obwohl der Hybridantrieb klar auf Performance statt Effizienz ausgelegt ist – nennt Porsche für den 911 Turbo S 2026 einen Verbrauch von „nur“ 11,8-11,6 l/100 km (Coupé). Das sind 0,6 l/100 km weniger als vorher. Auch die CO2-Emissionen sinken erwartungsgemäß: 266-262 g/km, also 26 g/km weniger.

14 Sekunden schneller auf dem Nürburgring

Neben dem Debüt des Hybridantriebs erhält der Porsche 911 Turbo S neue Reifen. Hinten werden sie um 10 mm breiter und tragen nun die Dimension 325/30 ZR 21; vorn bleibt es bei 255/35 ZR 20. Bei der Bremsanlage bekommen die vorderen Keramik-Verbundbremsen (PCCB) neue Beläge, während die hinteren Scheiben im Durchmesser wachsen: von 390 mm auf 410 mm. Vorn verbleiben es bei 420 mm. Damit sind es die größten Bremsen, die je in einem zweitürigen Porsche verbaut wurden.

Auch die Aerodynamik wurde nachgeschärft. Neu sind vertikale Frontflaps – wie beim 911 Carrera GTS – sowie ein aktiver Frontdiffusor. Diese Ergänzungen arbeiten zusammen mit den aktiven Elementen des Vorgängers: variabler Frontspoilerlippe sowie ausfahr- und anstellbarem Heckflügel. In Summe sollen die Maßnahmen den Luftwiderstand um 10% senken.

Durch das 400-V-T-Hybrid-System kann der 911 Turbo S 2026 außerdem serienmäßig mit PDCC (Porsche Dynamic Chassis Control) samt hydraulischer Regelung ausgestattet werden. Das System setzt auf miteinander verbundene aktive Koppelstangen, bei denen der Druck über den Öl-Volumenstrom aufgebaut wird. Das reduziert die Wankneigung der Karosserie und steigert die Agilität.

Ein weiterer Pluspunkt des 400-V-Systems: Das optionale Vorderachs-Liftsystem arbeitet deutlich schneller als bislang.

Wie viel das Gesamtpaket aus mehr Leistung, schnellerem Ansprechen sowie dynamischer und aerodynamischer Optimierung bringt, zeigte sich auf der härtesten Bühne: dem Nürburgring. Im Herbst 2024 fuhr Porsche mit einem leicht getarnten Testprototypen eine Zeit von 7min03,92s. Das sind 14 Sekunden weniger als beim Vorgänger – trotz des zusätzlichen Ballasts.

Wann kommt er – und was kostet er?

Der Porsche 911 Turbo S 2026 wurde gerade erst vorgestellt, kann in Portugal jedoch bereits bestellt werden. Die Preise starten bei 324 121 Euro für das Coupé. Das 911 Turbo S Cabriolet liegt darüber und beginnt bei 339 324 Euro. Die ersten Auslieferungen in Europa sind für Anfang 2026 vorgesehen.

Im Preis enthalten ist bereits das Sport-Chrono-Paket. Es bringt unter anderem die Reifentemperaturanzeige, ein spezifisch abgestimmtes PASM-Fahrwerk, die elektrohydraulische PDCC-Abstützung sowie eine Sportabgasanlage aus Titan.

Wer sich bei der Konfiguration austoben will, findet über Porsche Exclusive Manufaktur für den 911 Turbo S 2026 umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten: mehr als 100 Außenfarben, Turbo Exclusive Design-Felgen mit in Neodym lackierten Carbon-„Klingen“, ein sichtbares Dach aus Carbonfaser, seitliche Lufteinlässe aus Carbonfaser und mehr. Es geht sogar so weit, dass Wischerarme aus Carbonfaser bestellbar sind, die 50% leichter ausfallen.

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