Marine Nationale bereitet den Trägerverband Charles de Gaulle auf Operation Orion 26 vor
Die französische Marine, die Marine Nationale, treibt die Einsatzvorbereitung des nuklear angetriebenen Flugzeugträgers Charles de Gaulle gemeinsam mit seiner Eskorte und unterstützenden Einheiten voran. Der Verband soll im nächsten Schritt in die Operation Orion 26 eingebunden werden. Nach dem Auslaufen aus dem Marinestützpunkt Toulon begann für die Trägerkampfgruppe eine intensive Ausbildungsphase im Mittelmeer, während sie Kurs auf den Nordatlantik und die Arktis nimmt. In diesen Seegebieten sind anspruchsvolle Manöver mit hoher Intensität zusammen mit verbündeten Streitkräften vorgesehen.
Operation Orion 26: Kräfteansatz und multidomänes Szenario
Orion 26 gilt als einer der zentralen Meilensteine für Ausbildung und strategische Projektion der französischen Streitkräfte. Die Übung ist als gemeinsames und multinationales Vorhaben angelegt, an dem auch Partnerländer teilnehmen. Ziel ist es, die beteiligten Kräfte auf komplexe Gefechtsszenarien in mehreren Domänen vorzubereiten und dabei Luft‑, Land‑, See‑, Weltraum‑ und Cyberfähigkeiten zusammenzuführen. Insgesamt werden im Rahmen der Operation mehr als 12.000 Einsatzkräfte, 25 Schiffe, 140 Luftfahrzeuge sowie Landkomponenten in verschiedenen Regionen Frankreichs eingesetzt. Die Führung liegt beim französischen gemeinsamen Generalstab, in enger Abstimmung mit der NATO.
Verbündete Beiträge: Italien, Spanien und Brasilien im Einsatzpaket
In der vorgeschalteten Phase, die als „warm up“ beziehungsweise als abschließende Vorbereitung beschrieben wird, trainierte die von der Charles de Gaulle geführte Trägergruppe im Mittelmeer die Kontrolle des Luft- und Seeraums. In diese Aktivitäten waren zudem F-35B- und AV-8B Harrier-Luftfahrzeuge der Marina Militare Italiana eingebunden. Mit den Übungen sollen Interoperabilität und Zusammenhalt unter Verbündeten gezielt verbessert werden, bevor die Kräfte vollständig in das multinationale Dispositiv integriert werden, das anschließend im Atlantik operiert.
Die Zusammensetzung der Begleitkräfte unterstreicht zugleich die internationale Zusammenarbeit, auf der das Übungsvorhaben basiert. Neben französischen Fregatten und Unterstützungseinheiten ist insbesondere die spanische Fregatte F-101 Álvaro de Bazán der Armada Española als Eskorte hervorzuheben. Ihr Einsatz ist bis zum 18. Februar vorgesehen und umfasst gemeinsame Operationen im Golf von Biskaya, in der Kantabrischen See sowie in Bereichen des Nordatlantiks. Dabei bringt sie Fähigkeiten in der Überwachung, der Luftverteidigung und der U‑Jagd ein.
Darüber hinaus ist die Beteiligung weiterer verbündeter Kontingente geplant, darunter eine amphibische Komponente und Einheiten des brasilianischen Marineinfanteriekorps. Diese Kräfte sollen an Bord des amphibischen Angriffsschiffes PHA Mistral eingesetzt werden. Die gemeinsamen Manöver werden als wichtige Gelegenheit gewertet, die multinationale Interoperabilität zu vertiefen und die kombinierte Reaktionsfähigkeit für Krisen- oder Konfliktszenarien hoher Intensität zu festigen.
Bildnachweis: CECMED.
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