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Neue Studie: Lagerstätten Seltener Erden liegen über alten Kollisionszonen

Mann untersucht Gesteinsprobe neben geologischer Karte auf Felsenplateau bei Sonnenuntergang.

Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die meisten Lagerstätten Seltener Erden – also Quellen von Metallen, die für Elektronik sowie Technologien für saubere Energie entscheidend sind – oberhalb uralter, heute begrabener Kollisionszonen liegen. Diese Zonen entstanden dort, wo tektonische Platten in der Vergangenheit zusammenstießen und tief unter Kontinente abtauchten.

Damit erscheint die heutige Verteilung von Bergbaugebieten weniger als Zufall an der Oberfläche, sondern als sichtbares Echo tiefgreifender tektonischer Umprägungen, die lange vor der späteren Aufschmelzung stattfanden, aus der überhaupt erst nutzbares Erz werden konnte.

Verborgene tektonische Spuren

Beim Abgleich rekonstruierter Kontinente zeigten sich die deutlichsten Übereinstimmungen an ehemaligen Kontinenträndern, an denen langlebige Plattenkollisionen über lange Zeit Druck aufbauten und in der Tiefe chemisch veränderte Zonen hinterließen.

Carl Spandler, Professor an der Universität Adelaide, und sein Team verfolgten diese begrabenen Strukturen durch die geologische Zeit und dokumentierten dasselbe Muster an 412 kartierten Fundstellen.

Den Ergebnissen zufolge liegen rund 75 Millionen Quadratkilometer (29 Millionen Quadratmeilen) kontinentaler Kruste über solchen tiefen, chemisch überprägten Bereichen. Am stärksten häuften sich die Treffer dort, wo sich mehrere sehr alte Gebirgsgürtel überlagern.

Diese Verdichtung ist kaum als bloßer Zufall abzutun – und sie führt zur eigentlichen Frage: Wie wurden diese alten, vergrabenen Zonen später zu Gesteinen, die Erze tragen?

Warum Karbonatite entscheidend sind

Viele der ergiebigsten Lagerstätten Seltener Erden befinden sich in Karbonatiten – seltenen magmatischen Gesteinen, die reich an Karbonatmineralen sind – und nicht in gewöhnlichen Laven.

Solche Schmelzen entstehen tief unter Kontinenten, wo bereits geringe Aufschmelzgrade Elemente anreichern, die sich nur schlecht in gängige Minerale einbauen lassen.

Arbeiten des Geologischen Dienstes der USA (USGS) beschreiben Karbonatite seit den 1960er-Jahren als wichtigste Quelle für leichte Seltenerdelemente.

Etwa 67% dieser Wirtsgesteine lagen innerhalb derselben uralten Zonen – ein Hinweis darauf, dass erzhaltige Schmelzen eng mit dieser tiefen tektonischen Vorgeschichte verknüpft sind.

Veränderungen tief im Mantel

Taucht eine Platte unter eine andere ab, transportiert Subduktion – der Prozess, der Kruste in den Mantel zurückführt – Wasser, Kohlenstoff und Spurenelemente in die Tiefe.

Ein Teil dieses Materials gelangt später wieder in die darüberliegende Mantellithosphäre, also die starre Hülle unter Kontinenten, und verändert dort die chemische Zusammensetzung.

Diese chemische Überprägung senkt die Temperatur, die für spätere Aufschmelzung nötig ist. Dadurch können ungewöhnliche Magmen entstehen, ohne dass außergewöhnlich hohe Wärmezufuhr erforderlich wäre.

Statt sofort Erz zu bilden, scheint die Kollisionsphase die tiefe Kruste vielmehr mit „Zutaten“ aufzuladen, die über sehr lange Zeiträume am Ort verbleiben können.

Zeitpunkt der Entstehung

Der zeitliche Ablauf passt allerdings nicht zu einem einfachen Ursache-Wirkung-Schema: Die unterirdische „Vorbereitung“ und das eigentliche Schmelzereignis lagen häufig extrem weit auseinander.

„Diese Zeitverzögerung ist einer der überraschendsten Aspekte unserer Ergebnisse“, sagte Spandler.

In einigen Fällen reichte die Lücke von Millionen Jahren bis auf nahezu 2 Milliarden Jahre.

Diese Verzögerung trennt den alten chemischen „Primer“ vom späteren Auslöser – und lässt mehrere denkbare Wege zu, wie es schließlich zur Aufschmelzung kam.

Wo die Überlappung zunimmt

Die höchste Übereinstimmungsdichte zeigte sich auf Kontinenten mit wiederholten Kollisionen, insbesondere in Nordamerika, im südlichen Afrika und in China.

Ältere, stabile Blöcke – sogenannte Kratone, die widerstandsfähigsten erhaltenen Teile der Kontinente – scheinen diese angereicherten Tiefenzonen besonders gut zu bewahren.

Rund 85% der kartierten „fruchtbaren“ Regionen überlappten sich gegenseitig, was darauf hindeutet, dass mehrere uralte Ereignisse ihre Wirkungen übereinander stapelten.

Auch Gebiete unter dem Eis der Antarktis könnten in dieses Muster passen, doch dort sind entsprechende Lagerstätten bislang nur schwer zu bestätigen.

Warum Plumes an Gewicht verlieren

Frühere Erklärungen setzten häufig auf Mantelplumes – aufsteigende Säulen heißen Gesteins – als Hauptursache solcher Lagerstätten.

Viele Karbonatite, also seltene vulkanische Gesteine, die den Großteil der Lagerstätten Seltener Erden beherbergen, zeigen jedoch keine klare Verbindung zu solchen Wärmequellen; zudem deutet ihre Chemie auf eine Entstehung bei niedrigeren Temperaturen hin.

Da die neue Kartierung diese Lagerstätten stattdessen mit uralten Zonen ehemaliger Plattenkollisionen in Deckung bringt, schwächt sie die Vorstellung, aufsteigende heiße Plumes hätten den wesentlichen „Aufbau“ geliefert.

Das schließt Plumes als spätere Auslöser nicht aus, rückt sie aber aus dem Mittelpunkt.

Auslöser nach langen Verzögerungen

Trotzdem musste später noch eine Störung hinzukommen, denn auch ein angereicherter Mantel schmilzt nicht von selbst zu einer Lagerstätte auf.

Rifting, Deformation, nahe Wärmequellen oder Druckentlastung können das vorbereitete Gestein über seinen abgesenkten Schmelzpunkt bringen.

Sobald die Aufschmelzung einsetzt, konzentrieren sich die seltenen Elemente, weil sie in der Schmelze bleiben, statt in gewöhnliche Kristalle eingebaut zu werden.

Diese Abfolge erklärt, weshalb Erze weit entfernt von aktiven Plattengrenzen auftreten können und dennoch eine ältere „Signatur“ tragen.

Exploration wird gezielter

Für die Rohstoffexploration leistet die Studie mehr als nur eine Erklärung alter Gesteine – sie verkleinert auch das globale Suchfeld.

Nur etwa 35% der kontinentalen Kruste lagen innerhalb der kartierten fruchtbaren Zonen, dennoch befand sich dort der Großteil der Lagerstätten.

„Diese Forschung zeigt, dass die Zutaten für diese kritischen Minerallagerstätten vor vielen Millionen bis hin zu Milliarden Jahren bereitgestellt wurden“, sagte Spandler.

Diese Logik macht die Suche zielgerichteter: Uralte tektonische Gürtel könnten Unternehmen und Behörden dabei helfen, mit weniger Rätselraten zu erkunden.

Grenzen der Karte

Nicht jede Lagerstätte fiel in die kartierten Zonen, und das Modell blendete bewusst mehrere erzbildende Prozesse aus.

Kurzlebige Subduktion, spätere Krustenbewegungen, Erosion und Mantelplumes können zu Fehlzuordnungen führen oder ältere Signale überdecken.

Die ältesten verborgenen Quellregionen reichen zudem über das 2-Milliarden-Jahres-Fenster der Karte hinaus – ein Teil der Tiefengeschichte bleibt damit unsichtbar.

Trotz dieser Einschränkungen lagen Zufallstests nur in etwa einem Drittel der Fälle innerhalb fruchtbarer Zonen, also deutlich unter der tatsächlichen Übereinstimmungsrate.

Vermächtnis der tiefen Erde

Uralte Kollisionen scheinen Kontinente chemisch „vorgeladen“ zu haben, während jüngere Störungen entschieden, wann diese vergrabenen Bestandteile schließlich aufschmolzen.

Genauere tektonische Rekonstruktionen könnten diese Zielgebiete weiter eingrenzen – besonders in eisbedeckten Regionen und in Gelände, das älter ist, als es die aktuelle Karte erfassen kann.

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