So viele Neuerungen hat Mercedes-Benz für 2026 in der Pipeline, dass der Start ins neue Jahr gefühlt lange vor den zwölf Mitternachtsschlägen beginnt. Noch bevor 2025 vorbei war, hatte die Marke mit dem Stern bereits einige der Modelle angeteasert, die 2026 prägen werden. Was damals nach einem Vorgeschmack aussah, entpuppt sich jetzt als Auftakt: Es kommt eine Produkt-Offensive in einer Dimension, die es so bisher kaum gab.
Insgesamt haben wir fast 20 Neuheiten gezählt. Kaum eine Baureihe bleibt unberührt, Elektrifizierung steht im Zentrum – vom Kompaktmodell bis zur Oberklasse. Und trotzdem ist noch Platz für einen brandneuen V8 Biturbo mit Flachkurbelwelle – à la Ferrari… – der ausgerechnet im unwahrscheinlichsten Modell Premiere feiern soll: in der S-Klasse. Wer sagt da noch, die Deutschen hätten keinen Humor?
CLA gab den Startschuss
In dieser Phase spielt die neue Generation des Mercedes-Benz CLA eine Schlüsselrolle. Die rein elektrische Version wurde bereits im vergangenen Jahr eingeführt – wir konnten sie schon testen – und startete dann 2026 gleich mit einem Ausrufezeichen: dem Titel „Auto des Jahres“ in Europa.
Im Laufe von 2026 wird die Baureihe weiter ausgebaut. Als Erstes steht der CLA Shooting Brake (oben) an – danach folgen auch Varianten… mit Verbrennungsmotor. Dank der flexiblen Architektur des neuen CLA lassen sich klassische Antriebe integrieren; schon bald soll der CLA als Mild-Hybrid kommen. Er erhält einen neuen 1,5-Liter-Benziner, der Verbrauchswerte auf Diesel-Niveau verspricht – lernen Sie diesen Motor im Detail kennen.
Der CLA war zugleich das erste Modell auf der MMA-Plattform – und diese Basis liefert 2026 weitere Neuheiten. Den Anfang macht die neue Generation des GLB. Das SUV, Ende letzten Jahres vorgestellt, bleibt weiterhin als Siebensitzer (bis zu sieben Sitze) verfügbar und übernimmt vom CLA sowohl die elektrischen Antriebe (als Ersatz für den EQB) als auch die Mild-Hybrid-Optionen. Preise für Portugal sind bereits bekannt, die ersten Auslieferungen sind für Mai 2026 angekündigt:
Zum Abschluss von 2026 dürfte dann der Nachfolger des GLA erscheinen – als viertes und letztes, ursprünglich geplantes MMA-Modell. Er wird zudem den Platz des elektrischen EQA einnehmen; unter der Karosserie dürfte er sich technisch kaum von den oben genannten Modellen unterscheiden.
Mercedes meistverkauftes Modell jetzt auch als Elektro
Kaum hat 2026 begonnen, stapeln sich die Premieren bereits – und einer der wichtigsten Starts des Jahres ist der Mercedes-Benz GLC EQ, der als geistiger Nachfolger des EQC positioniert wird.
Vorgestellt wurde er im letzten Jahr auf der Messe in München. Er bringt die MB.EA-Plattform an den Start, inklusive 800-V-Architektur, und stellt eine Reichweite von mehr als 700 km in Aussicht. Allein bleibt er damit nicht: 2026 kommen auch starke Gegenspieler wie der BMW iX3 – den wir bereits fahren konnten – sowie der Volvo EX60, den wir uns vor Ort angesehen haben: Video ansehen oder erneut ansehen. Gesprächsstoff dürfte der neue elektrische GLC zudem wegen des riesigen beleuchteten „Kühlergrills“ und wegen des Hyperscreen mit 39,1″ (99,3 cm) liefern – dem grössten, der je in einem Mercedes-Benz verbaut wurde. Preise für Portugal liegen bereits vor, die Markteinführung ist für Mai vorgesehen.
Später, im Herbst, soll dann der erste 100% elektrische C-Klasse überhaupt enthüllt werden – technisch auf derselben Basis wie der GLC. Wie beim elektrischen GLC ist auch bei der elektrischen C-Klasse geplant, dass sie parallel zu den gleichnamigen Verbrenner-Versionen verkauft wird.
Parallel dazu erhält die aktuelle C-Klasse im Frühjahr 2026 ebenfalls ein Update. Erwartet werden optische und technologische Verbesserungen (zum Beispiel die nächste Generation des MBUX) – am meisten Neugier weckt jedoch die Zukunft des C 63:
Luxus auf zwei Gleisen: 800 V und V8
Der EQS blieb hinter den Erwartungen zurück – dennoch hält Mercedes an ihm fest. Für 2026 ist eine umfassende Überarbeitung angekündigt: 800-V-Architektur (schnelleres Laden), neue Elektromotoren, Siliziumkarbid-Chips (höhere Effizienz) und ein neues Facelift. Ein so grosser Eingriff innerhalb einer Generation ist eher ungewöhnlich, soll die elektrische Luxuslimousine aber bis zum bestätigten, vollelektrischen S-Klasse-Nachfolger am Ende des Jahrzehnts konkurrenzfähig halten.
Noch davor kommt die wohl tiefgreifendste Modellpflege, die Mercedes je innerhalb einer einzigen Generation der Mercedes-Benz S-Klasse vorgenommen hat – laut Marke sind 50% der Komponenten neu oder überarbeitet. Die Enthüllung ist für Ende Januar angesetzt. Bestätigt sind ein neues MBUX sowie Hyperscreen – und… die Premiere eines neuen 4.0 V8 biturbo.
Dieser V8 basiert als Weiterentwicklung auf dem bekannten M 177, setzt jedoch auf eine Flachkurbelwelle statt der üblichen Kreuzkurbelwelle – eine Lösung, die man eher in Maranello als in Stuttgart erwartet und die den Ferrari-V8 jenen höheren, so geschätzten Klangcharakter verleiht. Mercedes begründet die Entscheidung damit, Emissionen senken zu können, ohne bei der Performance Abstriche zu machen. Die Eckdaten sind klar: von 503 cv und 700 Nm beim bisherigen V8 auf 537 cv und 750 Nm beim neuen.
AMG so elektrisch wie nie
Für AMG wird 2026 zum Schlüsseljahr. Im Mittelpunkt steht die Serienversion des GT XX – praktisch der elektrische Nachfolger des viertürigen GT. Wie das Konzept soll auch das Serienfahrzeug drei Axialfluss-Motoren erhalten und eine Leistung von 1000 kW (1360 cv) in Aussicht stellen. Als technisches Statement dürfte er eher gegen Jahresende auf den Markt zielen.
Doch es bleibt nicht beim elektrischen GT. Vieles spricht dafür, dass rund um denselben Zeitraum zusätzlich ein Mercedes-AMG CLA 100% elektrisch präsentiert wird.
Aber… ruhig bleiben: AMG wendet sich nicht von Verbrennern oder V8 ab. Der neue V8 mit Flachkurbelwelle soll voraussichtlich auch das Coupé CLE 63 antreiben und dürfte sehr wahrscheinlich deutlich über den für die S-Klasse genannten 537 cv liegen. Der SL-Roadster, 2022 eingeführt, steht ebenfalls vor einer Auffrischung – Testprototypen sind bereits auf öffentlichen Strassen unterwegs – und die Maybach-Interpretation dieser traditionsreichen Abkürzung soll schon zu Beginn von 2026 kommen.
Und es kommt noch mehr
Selbst nach all dem ist 2026 für Mercedes-Benz noch nicht ausgereizt. Mercedes-Benz GLE und Mercedes-Benz GLS erhalten optische und technische Updates, dazu kommen mechanische Anpassungen zur Erfüllung der Euro-7-Norm. Ausserdem hat die Marke mit dem Stern bereits ein G-Klasse Cabriolet sowie den VLE angekündigt – einen elektrischen MPV als Ersatz für die V-Klasse. Zudem verdichten sich die Hinweise, dass der Mini-G-Klasse noch in diesem Jahr gezeigt werden könnte, bevor er 2027 auf den Markt kommt – lernen Sie ihn im Detail kennen.
Mit fast 20 geplanten Neuheiten wird 2026 eines der intensivsten Jahre der jüngeren Mercedes-Benz Geschichte.
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