Ein günstiges Gadget aus dem Lidl-Regal kann das Wohnzimmer im Handumdrehen in eine kleine Trainingsfläche verwandeln.
Wer konsequent Sport machen möchte, stößt schnell auf Abo-Fallen, teure Online-Programme oder volle Fitnessstudios. Dabei geht es auch einfacher: Ein unauffälliges, platzsparendes Trainingsbrett aus dem Discounter-Sortiment zeigt, wie viel Training mit wenig Geld und wenig Stellfläche drin ist – und weshalb etliche Nutzer es klassischen Pilates-Einheiten oder Studio-Workouts vorziehen.
Was hinter dem Crivit-Fitnessbrett von Lidl steckt
Im Kern handelt es sich um eine Step-Plattform von Crivit, die Lidl für 22,99 Euro anbietet. Auf den ersten Blick erinnert sie an die typischen Step-Bretter aus Aerobic-Kursen der 90er – wer genauer hinschaut, entdeckt allerdings Funktionen, die deutlich darüber hinausgehen.
Das Crivit-Stepbrett vereint Cardio, Kraft- und Gleichgewichtstraining in einem einzigen Trainingsgerät – für unter 25 Euro.
Ein weiterer Vorteil ist die Handlichkeit: Mit nur 2,8 Kilogramm lässt sich das Brett ohne Mühe von Zimmer zu Zimmer tragen. Durch die flache Bauweise kann es hochkant an die Wand gestellt oder quer unter dem Bett verstaut werden – ein wichtiges Argument, wenn in kleinen Wohnungen jeder Quadratmeter zählt und das Gerät nicht ständig im Weg stehen soll.
Der eigentliche Kniff steckt im Inneren: In die Plattform sind Expander integriert, mit denen sich auch der Oberkörper trainieren lässt. Aus einem einfachen Step wird so eine kompakte All-in-one-Lösung für mehrere Trainingsziele.
Verstellbare Höhe: von Einsteiger bis schweißtreibend
Die Step-Plattform lässt sich in zwei Stufen einstellen, und das in wenigen Sekunden:
- 10 Zentimeter: passend für Einsteiger, gelenkschonendes Training und moderates Ausdauertraining
- 15 Zentimeter: gedacht für Fortgeschrittene, höhere Intensität und mehr Kalorienverbrauch
Obwohl die Differenz nur fünf Zentimeter beträgt, ist die Wirkung spürbar. Mit zunehmender Höhe müssen Oberschenkel und Gesäß stärker arbeiten. Gleichzeitig steigt die Herzfrequenz – und damit auch der Energieverbrauch pro Trainingseinheit.
Für das Step-Training eignen sich beispielsweise einfache Auf- und Abfolgen, seitliche Schritte, Step-Bewegungen mit Knieheben oder Sprungkombinationen. In Verbindung mit Kniebeugen und Ausfallschritten wird daraus ein kurzes, aber forderndes Power-Workout, das Kreislauf sowie Beinmuskulatur parallel beansprucht.
Mehr als nur Auf- und Absteigen
Die Plattform ist nicht nur für Cardio gedacht. Durch die stabile, leicht erhöhte Standfläche lassen sich zahlreiche Kraft- und Stabilisationsübungen variieren, etwa:
- Liegestütze mit Händen oder Füßen auf dem Brett
- Trizeps-Dips an der Kante
- Seitstütz mit Unterarm auf der Plattform
- Unterarmstütz/„Plank“ mit wechselnder Handposition für zusätzliche Instabilität
- Einbeinstand auf dem Brett als Balance-Übung
Wer solche Bausteine integriert, trainiert nicht nur große Muskelgruppen, sondern aktiviert auch die tiefer liegende Rumpfmuskulatur, die für Stabilität und eine gesunde Körperhaltung wichtig ist.
Warum viele Nutzer das Lidl-Stepbrett feiern
In den Bewertungen kommt das Gerät auf eine Durchschnittsnote von 4,9 von 5 Punkten. Besonders häufig werden die Standfestigkeit, die robuste Verarbeitung und das starke Preis-Leistungs-Verhältnis hervorgehoben.
Die Kombination aus rutschfestem Deck und sicheren Standfüßen sorgt dafür, dass das Training auch auf glatten Böden kontrolliert bleibt.
Die Oberfläche ist strukturiert und rutschhemmend, sodass die Füße – barfuß oder mit Sportschuhen – stabilen Halt finden. Zusätzlich sitzen unter der Basis Gummifüße, die das Wegrutschen auf Fliesen oder Parkett deutlich vermindern.
Viele Käufer berichten, dass sie das Brett mehrmals pro Woche einsetzen: für kurze, intensive 15-Minuten-Einheiten vor dem Fernseher oder als Ergänzung zu Laufen und Radfahren. Einige geben sogar an, ihr Training im Studio dadurch reduziert zu haben.
Kein Ersatz für Trainer, aber ein sehr guter Start
Natürlich ersetzt eine Step-Plattform kein professionell angeleitetes Programm mit Trainer, individueller Korrektur und langfristiger Planung. Dennoch ist ein Gerät dieser Art für viele der erste wirklich realistische Schritt hin zu mehr Bewegung.
Gerade wer nach der Arbeit wenig Zeit hat oder sich im Fitnessstudio unwohl fühlt, profitiert von der niedrigen Einstiegshürde: Brett hervorholen, Musik an, 20 Minuten trainieren – erledigt.
Warum das Crivit-Stepbrett als günstige Alternative zu Pilates gilt
Pilates zählt zu den beliebtesten Formen des Ganzkörpertrainings. Im Mittelpunkt stehen Rumpfstabilität, Haltung, kontrollierte Bewegungsausführung und Atmung. Allerdings summieren sich Kursgebühren schnell, und nicht jeder findet ein passendes Angebot in der Nähe.
Das Stepbrett ist kein vollwertiger Ersatz, erreicht aber überraschend viele ähnliche Trainingsziele:
| Aspekt | Pilates | Training mit Stepbrett |
|---|---|---|
| Körpermitte stärken | Gezielte Rumpfübungen auf der Matte | Unterarmstütz, Seitstütz, Gleichgewichtsübungen auf dem Brett |
| Haltung verbessern | Kontrollierte, saubere Übungsabläufe | Stabilisation durch aufrechte Step-Bewegungen |
| Gelenkschonendes Training | Häufig langsam und geführt | Moderate Höhe, Tempo frei wählbar |
| Kalorienverbrauch | Eher moderat | Spürbar höher durch Cardio-Anteil |
Wenn das Training sinnvoll aufgebaut ist, lassen sich mit dem Brett sowohl typische „Pilates-Ziele“ wie Rumpfkraft und Haltung ansteuern als auch Ausdauer und Kreislauf deutlich stärker fordern. Durch die integrierten Expander entsteht zudem ein Ganzkörperprogramm, das manchen Studio-Kurs entbehrlich macht.
Konkrete Trainingsideen für zuhause
Für einen realistischen Einstieg genügen drei Einheiten pro Woche. Ein mögliches Einsteigerprogramm sieht so aus:
- 5 Minuten lockeres Aufwärmen (auf der Stelle gehen, Schultern kreisen)
- 8 Minuten Step-Grundschritte im eigenen Tempo
- 3 Minuten Kniebeugen mit einem Fuß auf dem Brett, anschließend Seitenwechsel
- 4 Minuten Oberkörpertraining mit den Expandern (Rudern, Bizeps, Schulterheben)
- 3 Minuten Unterarmstütz mit Händen auf dem Brett
- 2 Minuten entspanntes Auslaufen und Dehnen
Mit zunehmender Fitness lassen sich Sprungelemente ergänzen, die Höhe auf 15 Zentimeter umstellen oder Intervalle einbauen, zum Beispiel 30 Sekunden volle Intensität, 30 Sekunden Pause.
Für wen sich das Lidl-Stepbrett eignet – und worauf man achten sollte
Davon profitieren besonders:
- Berufstätige mit wenig Zeit, die kurze und effektive Workouts suchen
- Sportanfänger, die keine teuren Abos abschließen möchten
- Fortgeschrittene, die ein vielseitiges Zusatzgerät für zuhause wollen
- Menschen, die wegen Platzmangel keine großen Geräte aufstellen können
Wer Probleme mit Knie oder Hüfte hat, sollte die Intensität langsam steigern und zunächst die niedrige Stufe wählen. Entscheidend ist eine saubere Technik: Der ganze Fuß gehört auf die Plattform, und Sprünge sind nur sinnvoll, wenn Gelenke und Muskulatur ausreichend stabil sind.
Im Vergleich zu klassischen Heimtrainern wie Crosstrainer oder Laufband ist das Verletzungsrisiko in der Regel geringer – vorausgesetzt, man übertreibt nicht und achtet auf die Signale des eigenen Körpers.
Warum sich der Kauf oft schneller rechnet als gedacht
Setzt man ein Pilates- oder Fitnessstudio-Abo mit 25 bis 40 Euro pro Monat an, ist das Stepbrett bei intensiver Nutzung nach ein bis zwei Monaten rechnerisch praktisch amortisiert. Dazu kommt der Zeitgewinn: keine Anfahrt, keine festen Kurszeiten und kein Warten, bis Geräte frei werden.
Selbstverständlich ersetzt ein Gerät für 23 Euro kein vollständig ausgestattetes Studio mit Fachpersonal. Für viele reicht es jedoch, um spürbar fitter, kräftiger und aktiver zu werden, ohne das Budget zu belasten. Wer regelmäßig dranbleibt und nach und nach anspruchsvollere Übungen integriert, erhält ein Trainingswerkzeug, das erstaunlich nah an bezahlte Kurse herankommt.
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