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Deutsche Marine erhält erste unbemannte Blue Whale-U-Boote aus Israel am 25. Februar 2026

Zwei Marineoffiziere kontrollieren ein U-Boot namens Birdie im Hafen, ein Kriegsschiff im Hintergrund.

Übergabe in Eckernförde am 25. Februar 2026

Am Mittwoch, dem 25. Februar, teilte die Deutsche Marine in einer Erklärung mit, dass sie ihre ersten unbemannten Unterwasserfahrzeuge Blue Whale israelischer Herkunft erhalten hat. Die offizielle Übergabe fand am 25. Februar 2026 in Eckernförde statt. Mit der Einführung des Large Unmanned Underwater Vehicle (L-UUV) Blue Whale setzt die Marine einen wichtigen Meilenstein bei der Modernisierung ihrer Fähigkeiten und bei der Einbindung autonomer Plattformen in den laufenden Betrieb.

Bei der Zeremonie waren unter anderem der Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Jens Plötner, der Geschäftsführer von TKMS ThyssenKrupp Marine Systems ATLAS Elektronik, Michael Ozegowski, sowie der Präsident und CEO von Israel Aerospace Industries (IAI) ELTA Ltd., Boaz Levy, anwesend. Der Blue Whale ist derzeit das größte unbemannte Unterwasserfahrzeug, das die Deutsche Marine in Dienst gestellt hat. Für weitreichende Aufklärungsaufgaben ausgelegt, misst das System 10,9 Meter in der Länge, hat einen Durchmesser von 1,12 Metern und wiegt rund 5,5 Tonnen.

Zusammenarbeit von TKMS ATLAS Elektronik und IAI ELTA

Das System entstand aus einer Kooperation zwischen dem deutschen Unternehmen TKMS ThyssenKrupp Marine Systems ATLAS Elektronik und der israelischen Firma Israel Aerospace Industries (IAI) ELTA Ltd. Bereits im November 2024 hatte die Deutsche Marine den Blue Whale in der Ostsee erprobt – mit Schwerpunkt auf dem Aufspüren und Verfolgen von Unterwasserzielen sowie auf verdeckter Aufklärung an der Oberfläche. Auf Basis der Testergebnisse wurde eine beschleunigte Beschaffung angestoßen, die 2026 in der Auslieferung des ersten Exemplars mündete.

Schnelle Beschaffung und der Ansatz der „hybriden Flotte“

Der Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, hob bei der Indienststellung insbesondere die hohe Geschwindigkeit des Einführungsprozesses hervor und erklärte: „Mit der Übernahme des ersten Blue Whale setzen wir den Kurs der Marine bei der Einführung unbemannter Systeme unter Wasser konsequent um. Wir haben auf am Markt erprobte Lösungen gesetzt, Entscheidungsprozesse radikal verkürzt und die Truppe von Beginn an in die Anforderungen einbezogen. Und das in wenigen Monaten statt in Jahren.“ Zudem bezeichnete er das Vorgehen als „Lichtgeschwindigkeit bei der Beschaffung“ und stellte fest, dass „der Aufbau einer hybriden Flotte beginnt genau jetzt“.

Der Begriff „hybride Flotte“ beschreibt die Kombination aus bemannten Plattformen und autonomen Systemen innerhalb der maritimen Kräfte. Hintergrund ist die fortschreitende Veränderung moderner Kriegführung durch das Zusammenspiel konventioneller und innovativer Technologien, einschließlich Künstlicher Intelligenz. Wie während der Veranstaltung erläutert wurde, will die Deutsche Marine ihre Schiffe, U-Boote, Hubschrauber, Luftfahrzeuge und die maritime Infrastruktur auf ein sich wandelndes Bedrohungsumfeld ausrichten, in dem unbemannte Systeme zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Fähigkeiten des Blue Whale: Aufklärung, U-Jagd und Minenortung

Der Blue Whale kann über mehrere Wochen ohne Besatzung an Bord eingesetzt werden und einen wesentlichen Teil jener Aufgaben übernehmen, die bislang typischerweise von bemannten U-Booten durchgeführt werden. Dazu zählen verdeckte Informationsgewinnung an der Oberfläche, die Detektion von U-Booten und weiteren Unterwasserzielen, das Sammeln akustischer Aufklärungsdaten sowie das Auffinden von Seeminen am Meeresboden. Ausgestattet ist das System mit modernen Sensoren auf Sonarbasis und mit Satellitenverbindungen, die ein umfassendes Lagebild unterstützen; darüber hinaus ermöglicht es die Überwachung kritischer Unterwasserinfrastruktur.

Die Entwicklung des Blue Whale begann in Israel. Dort nutzt die israelische Marine das System seit 2024 im Rahmen der Erweiterung ihrer Unterwasserfähigkeiten gegenüber Bedrohungen im maritimen Umfeld. Entwickelt wurde das Fahrzeug von ELTA, einer auf elektronische Systeme spezialisierten Tochtergesellschaft von IAI, und es hat bereits Tausende Stunden autonomen Betriebs absolviert. Mit der Übernahme gehört Deutschland zu den wenigen verbündeten Staaten, die ein System dieser Art betreiben, und stärkt zugleich die industrielle und technologische Zusammenarbeit zwischen Berlin und Jerusalem im Bereich der maritimen Verteidigung.

Titelbild: Deutsche Marine.

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