Valve ist überzeugt, dass die Steam Machine ihrem Anspruch gerecht wird: Laut dem Unternehmen soll sie mehr Leistung bieten als 70% der PCs, die aktuell im Umlauf sind. Reicht das, um die Skepsis wegen einer vermeintlich geringeren Power gegenüber PS5 und Xbox Series auszuräumen?
Seit der Vorstellung der Steam Machine wird vor allem eine Frage immer wieder gestellt: Ist sie ein echtes Kraftpaket – oder doch eher ein Kompromiss? Ein Teil der Diskussion dreht sich um den verbauten AMD Ryzen Zen 4 Custom, der manchen Beobachtern als Hinweis gilt, dass das System hinter den Konsolen PS5 und Xbox Series zurückliegen könnte. Dazu äussert sich nun ein Valve-Ingenieur.
In einem Interview im Podcast „Adam Savage’s Tested“ erklärte Yazan Aldehayyat, Ingenieur bei Valve in Bellevue, die Steam Machine sei leistungsstärker als 70% der PCs, die derzeit am Markt genutzt werden. Eine Ansage, die aufhorchen lässt.
Die Steam Machine als überraschend starker Einstiegs-PC
Zur Begründung verweist Yazan Aldehayyat auf die Steam Hardware Survey. Steam wertet dabei die Rechner aus, die sich mit der Plattform verbinden, und erfasst unter anderem CPU, Grafikkarte und die Menge an RAM. Legt man die gesamte Nutzerschaft zugrunde, liege die Steam Machine damit tatsächlich über 70% der in der Statistik erfassten PCs.
Was die Steam Hardware Survey wirklich abbildet
Diese Zahl sollte allerdings eingeordnet werden. Zwar sind viele Nutzerinnen und Nutzer fürs Spielen ausgestattet (die populärste Grafikkarte ist die RTX 3060), doch gleichzeitig gibt es auch zahlreiche Systeme mit eher bescheidener Grafikleistung. So zeigt die Umfrage etwa, dass 2,23% lediglich über eine „einfache“ AMD Radeon Graphics verfügen und 1,90% eine Intel Iris Xe nutzen. Solche Chips stecken vor allem in Laptops und reichen problemlos für 2D-Spiele oder weniger anspruchsvolle Titel aus – und davon gibt es auf Steam reichlich.
4K bei 60 Bildern pro Sekunde: FSR als Schlüssel
Trotzdem stellt Valve in Aussicht, dass die Steam Machine Spiele in 4K bei 60 Bildern pro Sekunde ausführen kann – genauso wie die bereits erhältlichen Konsolen. PCs ohne dedizierte Grafikkarte schaffen das in dieser Form nicht.
Als entscheidender Baustein gilt FSR, AMDs Upscaling-Technologie. Ähnlich wie DLSS von Nvidia soll sie die Bildrate erhöhen, indem sie hochskaliert und ausserdem KI-gestützte Bildgenerierung nutzt. Zusätzlich sollte man im Blick behalten, dass eine „Steam Machine“-Zertifizierung nach dem Vorbild von Steam Deck kommen könnte. Das würde Entwickler stärker dazu bewegen, ihre Spiele auf die Konsole abzustimmen, um einen passenden Kompromiss aus Grafikqualität und flüssiger Darstellung zu erreichen.
Spielkompatibilität und Preis: Valve setzt auf Balance
Yazan Aldehayyat betont ausserdem, die Steam Machine werde in der Lage sein, sämtliche Spiele auszuführen, die derzeit auf der Plattform verfügbar sind. Valve habe diese Konfiguration gewählt, weil sie einen idealen Ausgleich zwischen Leistung und Preis darstelle.
Der Preis selbst ist bislang nicht bekannt – auch wenn Aldehayyat mit seinen Aussagen einen deutlichen Hinweis auf die angestrebte Positionierung liefert. Soll die Konsole eine realistische Chance in einem stark umkämpften Konsolenmarkt haben, wird eine bezahlbare Preisgestaltung entscheidend sein.
Presse-citron abonnieren
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen