Die Marinebasis Rota hat damit begonnen, ihre Infrastruktur so umzurüsten, dass sie die künftigen Fregatten der Klasse Bonifaz (F-110) der Spanischen Marine aufnehmen kann. Die derzeit laufenden Arbeiten sollen der Basis genau jene Fähigkeiten verschaffen, die für Betrieb, Wartung und logistische Unterstützung dieser neuen Überwassereinheiten erforderlich sind.
Nach vorliegenden Informationen wird die neue Infrastruktur so ausgelegt, dass sie den technischen und logistischen Anforderungen der F-110-Klasse gerecht wird, die in den kommenden Jahrzehnten zu einem der zentralen Pfeiler der spanischen Flotte werden soll. Da die Marinebasis Rota eine Schlüsselrolle für spanische Marineeinsätze spielt, gilt die Anpassung als entscheidend für die schrittweise Integration dieser Schiffe.
Fortschritte im F-110-Programm
Die Umrüstung in Rota ist in die Gesamtentwicklung des F-110-Fregattenprogramms eingebettet, das derzeit von der Werft Navantia vorangetrieben wird. Im April 2025 erreichte das Unternehmen einen weiteren Meilenstein: In den Anlagen in Ferrol (A Coruña) begann offiziell der Bau der dritten Einheit der Serie, der F-113 Menéndez de Avilés. Zeitgleich befand sich die F-112 Roger de Lauria in der Montage im Trockendock.
Der Auftrag für das F-110-Programm ging 2019 an Navantia. Ursprünglich waren drei Einheiten vorgesehen; 2022 wurde der Umfang auf fünf Schiffe erhöht. Der geschätzte Gesamtwert des Projekts beläuft sich auf 4,325 Milliarden Euro und steht unter der Aufsicht der Generaldirektion für Rüstung und Material (DGAM) des Verteidigungsministeriums.
Zu den wichtigsten Neuerungen zählt die Einbindung eines digitalen Zwillings: Für jedes Schiff entsteht eine virtuelle Replik, die Wartung und Betrieb durch Aktualisierungen in Echtzeit effizienter machen soll.
Stand der im Bau befindlichen Einheiten
Als erstes Schiff der Reihe begann die F-111 Bonifaz im April 2022 mit der Bauphase und erreichte im Dock 2 der Werft von Ferrol einen Montagegrad von 85 % bei den Blöcken. Der Stapellauf war für die folgenden Monate vorgesehen und damit vor dem ursprünglichen Terminplan. Die F-112 Roger de Lauria befand sich wiederum in Dock 3; dort wurde der Kiel gelegt, während der Stapellauf zunächst für 2026 angesetzt war.
Im September 2025 ließ Navantia die F-111 Bonifaz zu Wasser – als erstes von fünf Schiffen der F-110-Klasse für die Spanische Marine. Die Zeremonie fand um 19 Uhr statt und wurde unter anderem vom spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez begleitet. Ebenfalls anwesend waren Ihre Majestät Königin Sofía als Taufpatin des Schiffes, hochrangige Marineoffiziere sowie Vertreter der Werft.
Merkmale der F-110-Klasse
Die neue F-110-Klasse basiert auf dem Entwurf der F-100-Klasse, die derzeit in der Spanischen Marine im Dienst steht, und bringt Verbesserungen bei den Fähigkeiten zur Luftverteidigung sowie in der Bekämpfung von Überwasser- und Unterwasserzielen. Mit diesen Fregatten soll schrittweise die Klasse Santa María ersetzt werden, deren Einheiten sich nach jahrzehntelangem Einsatz dem Ende ihrer Nutzungsdauer nähern.
Für den weiteren Verlauf der Serie gilt: Der Bau der F-113 Menéndez de Avilés startete 2025, der Stapellauf ist für 2028 geplant. Die beiden letzten Schiffe, die F-114 Luis de Córdoba und die F-115 Barceló, sollen in Kürze in Bau gehen; ihre Stapelläufe sind derzeit für 2029 beziehungsweise 2030 vorgesehen.
Vor diesem Hintergrund ist die Anpassung der Marinebasis Rota ein ergänzender Schritt zur industriellen Umsetzung des F-110-Programms. Die Modernisierung der Anlagen soll die Indienststellung dieser Fregatten ermöglichen und die notwendige Unterstützung über die gesamte Einsatzdauer in der Spanischen Marine sicherstellen.
Bilder nur zu Illustrationszwecken.
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