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Chery: Omoda und Jaecoo zeigen SHS (Super Hybrid System) mit 48% Effizienz und 26:1 Verdichtung

Moderner, silberner Elektro-Sportwagen in hellem Showroom mit Ladestation und Motoren-Display im Hintergrund.

In Europa wird über das Aus für Verbrennungsmotoren diskutiert, doch China treibt deren Weiterentwicklung weiter voran und überschreitet Grenzen, die lange als kaum erreichbar galten.

SHS (Super Hybrid System) auf dem International User Summit 2025

Omoda und Jaecoo, zwei Marken der Chery-Gruppe, die in Kürze nach Portugal kommen, haben beim International User Summit 2025 (einer vom Konzern ausgerichteten Veranstaltung) eine neue Generation ihres Hybridmotors SHS (Super Hybrid System) vorgestellt. Dieser Antrieb soll eine thermische Effizienz von 48% erreichen – ein Wert, der bei Benzinmotoren fast als unmöglich galt und sogar über dem vieler Diesel liegt.

Dabei handelt es sich um ein experimentelles Aggregat, das sich noch in der Integrationsphase befindet. Es markiert jedoch die nächste Stufe eines Projekts, das bereits in Serienfahrzeugen vermarktet wird.

Sollte sich die Angabe bestätigen, schiebt diese neue Motorengeneration von Chery die Messlatte in einen Bereich, der bislang vor allem Herstellern wie Toyota, Hyundai und Nissan vorbehalten schien – also jenen aktuellen Benzin-Hybridantrieben, die 40% oder mehr thermische Effizienz erreichen.

Das Geheimnis dieses neuen chinesischen Motors

Ermöglicht wird der Sprung durch ein Bündel an technischen Lösungen, die die thermodynamischen Grenzen klassischer Verbrennungsmotoren herausfordern. Kern des Konzepts ist ein extremes Verdichtungsverhältnis von 26:1 – etwas, das bei einem seriennahen Benzinmotor bislang als beispiellos gilt. Üblicherweise liegt die Verdichtung moderner Benziner etwa zwischen 10:1 und 13:1; Mazdas Skyactiv-X kommt bis auf 15:1.

Diese 26:1 werden laut Darstellung durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren realisierbar: Hochdruck-Direkteinspritzung, eine sehr präzise Steuerung des Zündzeitpunkts sowie keramische Wärmedämm-Beschichtungen, die Wärmeverluste durch Abstrahlung und Ableitung verringern.

Zudem wurde der Brennraum so ausgelegt, dass er innere Drücke von mehr als 350 bar verkraftet – als Folge der extremen Verdichtung von 26:1. Die Kolbenbewegung wird über einen Dreifach-Mechanismus mit hyperbolischen Pleueln geführt, was Reibung reduziert und die mechanische Effizienz insbesondere bei niedrigen Drehzahlen verbessert.

Verbrauch, EGR-Anteil und Strategie von Chery

Zum System gehört auch eine Abgasrückführung (EGR), allerdings mit einem für Benzinmotoren außergewöhnlich hohen Anteil von 35%. Damit lässt sich die Verbrennungstemperatur senken, ohne die Effizienz zu verschlechtern. Ergänzend kommt eine anspruchsvolle Steuerung des Wärmeflusses zum Einsatz, die die Temperatur der Zylinderwände und des Zylinderkopfs stabil hält.

Nach Angaben von Omoda und Jaecoo entspricht jeder zusätzliche Prozentpunkt thermischer Effizienz einer Verbrauchsreduktion von rund 2,5%.

Auf dem Event bekräftigte die Chery-Gruppe, die in Europa vor allem durch Elektrofahrzeuge bekannt ist, dass sie weiterhin auf Elektrifizierung setzt – gleichzeitig aber parallel dazu auch Verbrennungsmotoren der Zukunft entwickeln will.

Omoda und Jaecoo sollen in Kürze nach Portugal kommen; der Import erfolgt über die JAP-Gruppe.

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