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MG4 mit Semi-Feststoffbatterien: MG zeigt Anxin Edition in Guangzhou

Weißes Elektroauto MG ANXIN beim Laden an einer Ladestation in einem modernen Showroom.

Die Meldung ist nicht brandneu, doch MG hat auf dem Autosalon in Guangzhou erneut für Gesprächsstoff gesorgt: Dort zeigte die Marke erstmals eine nahezu serienreife Version ihres ersten in Großserie produzierten Modells mit Semi-Feststoffbatterien.

Bereits im Sommer wurden die Linien des MG4-Nachfolgers bekannt - die erste Generation konnte in Europa beachtliche Erfolge verzeichnen -, doch eine der wichtigsten Neuerungen sieht man nicht auf den ersten Blick.

MG4 Anxin Edition auf dem Autosalon Guangzhou

In Guangzhou (China) - die Veranstaltung fand am vergangenen Wochenende statt - präsentierte MG die neue Variante mit dem Namen MG4 Anxin Edition. Es ist nicht das erste Modell von SAIC (Eigentümer von MG), das diese Technologie einführt - dieses Privileg erhielt die Limousine IM 6 -, dennoch bleibt es bemerkenswert: Der MG4 zählt damit zu den ersten volumenstarken Modellen, die auf diesen neuen Batterietyp setzen.

Technische Daten der Semi-Feststoff-Version

Im neuen MG4 gibt es in China (Verkaufsstart im Sommer) bereits zwei LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) mit 42,8 kWh und 53,9 kWh. Sie ermöglichen Reichweiten von bis zu 437 km bzw. 530 km im CLTC-Zyklus.

Die Semi-Feststoffbatterie der MG4 Anxin Edition kommt auf dieselbe Kapazität wie die größere LFP-Variante: 53,95 kWh. Verbrauchs- oder Reichweitendaten liegen aktuell noch nicht vor. Bestätigt ist jedoch, dass das Gesamtgewicht dieser Version um 15 kg höher ausfällt und bei exakt 1500 kg liegt. Ebenfalls fix: Zum Einsatz kommt derselbe Elektromotor wie in anderen Versionen, mit 120 kW (163 PS) und 250 Nm.

Vorteile der Semi-Feststoffbatterie

Der zentrale Unterschied zwischen den Batterien aktueller Elektroautos und Semi-Feststoffbatterien liegt im Elektrolyten. Bei klassischen Lithium-Ionen-Batterien ist der Elektrolyt flüssig. Bei Feststoffbatterien ist er vollständig fest. Semi-Feststofflösungen liegen dazwischen: Der Elektrolyt besteht aus festen Partikeln, die in einer leitfähigen Flüssigkeit suspendiert sind.

Die Pluspunkte beginnen beim Thema Sicherheit - SAIC verweist hierzu auf eigene Tests, darunter auch einen Durchstoßtest in drei Richtungen. Zusätzlich sollen Semi-Feststoffbatterien bei niedrigen Temperaturen besser performen als Lithium-Ionen-Varianten (LFP und NMC): Bei Minusgraden können sie mit Vorkonditionierung bis zu 75% der Reichweite halten.

Neben dem Sicherheitsaspekt haben Semi-Feststoffbatterien das Potenzial für eine höhere Energiedichte und sollen zugleich geringere Fertigungskosten als Feststoffbatterien aufweisen. Der Herstellprozess liegt zudem nah an dem, der bei konventionellen Lithium-Ionen-Batterien genutzt wird - ein wichtiger Faktor für den Endpreis von Elektroautos.

Wann kommt sie?

MG nennt weiterhin keinen Termin für den Start der Vermarktung des MG4 mit Semi-Feststoffbatterien. Die Marke beschränkt sich auf die Aussage, dass die neue Variante nach Produktionsbeginn in die Baureihe aufgenommen wird. Voraussichtlich dürfte sie die teuerste Ausführung innerhalb der Modellpalette sein, die in China zwischen 68 800 yuan (rund 8390 euros) und 102 800 yuan (rund 12 535 euros) liegt.

Unklar bleibt ebenfalls, wann die zweite Generation des MG4 in Europa startet - in China wird sie seit Ende des Sommers verkauft - und erst recht, ob die Variante mit Semi-Feststoffbatterien hierzulande angeboten wird.

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