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Auto Rádio: Spanien verschärft ZBE – was wäre, wenn es in Portugal wäre?

Graues Elektroauto mit EU06 Clean Nummernschild in modernem Showroom vor Großstadtkulisse.

Mehr als neun Millionen Autos: So viele Fahrzeuge könnten in Spanien künftig in ihrer Mobilität eingeschränkt werden, weil in den Städten neue Regeln für die Zonen mit Niedrigen Emissionen (ZBE) in Kraft treten.

Unter den betroffenen Fahrzeugen sind auch Dieselmodelle, die erst rund 10 Jahre alt sind. Das sorgt jenseits der Grenze für Kontroversen – und weckt zugleich grosse Sorgen bei vielen Portugiesinnen und Portugiesen.

In dieser Folge von Auto Rádio, einem Podcast von Razão Automóvel mit Unterstützung von Pisca Pisca, sprechen wir über die neuen Einschränkungen und gehen einer Frage nach: Was wäre, wenn so etwas in Portugal eingeführt würde?

Was passiert gerade in Spanien?

Ganz neu ist das Thema nicht. In Spanien gab es bereits zuvor Verkehrsbegrenzungen in urbanen Bereichen – ebenso in Portugal, etwa in Lissabon. Doch nun werden die Vorgaben deutlich strenger: Betroffen sind auch jüngere Fahrzeuge, insbesondere Diesel, die erst seit etwa einem Jahrzehnt genutzt werden.

Die Massnahme ist Teil des spanischen Plans zur Senkung der Emissionen in Städten. Kernpunkt ist, dass in allen Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern die Einrichtung von Zonen mit Niedrigen Emissionen (ZBE) verpflichtend wird.

Diese Zonen basieren auf einem System von Umweltplaketten:

  • Zero: Elektrofahrzeuge, Plug-in-Hybride mit mehr als 40 km Reichweite und Wasserstofffahrzeuge
  • Eco: Vollhybride, Autogas (GPL) und Plug-in-Hybride mit weniger als 40 km Reichweite
  • C: Benziner mit Erstzulassung ab 2006 und Diesel ab September 2015
  • B: Benziner zwischen 2001 und 2005 sowie Diesel zwischen 2006 und August 2015

Fahrzeuge ohne Plakette dürfen diese Zonen selbstverständlich nicht befahren. Mit den neuen Verschärfungen sollen nun jedoch auch Fahrzeuge mit B-Plakette «ausgesperrt» werden.

Bilbao war die erste Stadt, die damit voranging, doch sie bleibt nicht allein. Weitere Städte wie Málaga, Palma de Mallorca, Reus oder Santander haben bereits feste Zeitpläne für die Umsetzung der Einschränkungen – teils schon ab 2026.

Katalonien etwa will Fahrzeuge mit B-Plakette an normalen Tagen (also ohne Smog-Alarm) bereits ab Januar 2026 aus dem Verkehr in diesen Bereichen ausschliessen; ab 2028 ist dort ein vollständiges und dauerhaftes Verbot vorgesehen.

Und wenn es in Portugal wäre?

Damit drängt sich die Frage auf: Was würde passieren, wenn dieselbe Regel in Portugal gelten würde – in einem Land, in dem das Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands bereits über 14 Jahre liegt?

Gegenüber Razão Automóvel ist Carlos Barbosa, Präsident des Automóvel Club de Portugal (ACP), eindeutig: „Não é possível aplicar em Portugal, porque o parque automóvel é muito mais velho. Parava metade do parque automóvel Diesel”.

Auf den ersten Blick wirkt diese Aussage dramatisch, doch die Zahlen stützen sie. In Portugal sind mehr als 4,5 Millionen leichte Personenwagen mit Dieselmotor unterwegs. Das entspricht mehr als 60% des nationalen Fahrzeugbestands. Zudem ist mehr als die Hälfte der leichten Fahrzeuge, die täglich auf Portugals Strassen unterwegs sind – nahezu 3,7 Millionen – bereits älter als 10 Jahre.

Hinzu kommt eine Realität, die sich kaum wegdiskutieren lässt: Für Millionen Menschen sind öffentliche Verkehrsmittel weiterhin keine tragfähige Alternative. Im Jahr 2023 wurden nur 11,8% aller Wege mit dem öffentlichen Verkehr zurückgelegt – damit liegt Portugal auf den hinteren Plätzen in der Europäischen Union.

Auch Helder Barata Pedro, Generalsekretär der ACAP, lehnt den spanischen Ansatz ab und betont, dass dies nicht der auf europäischer Ebene vertretenen Linie entspricht: „De modo algum se preconizam medidas como esta que discrimina tipos de combustível e frustra as expectativas de quem adquiriu os seus veículos, quando ao fim de 10 anos não poderão continuar a circular”.

Gleichzeitig räumt er ein, dass das Thema der Zonen mit Reduzierten Emissionen „auf der europäischen Agenda“ steht – und in naher Zukunft deutlich breiter Realität werden könnte.

Nächste Woche wieder Auto Rádio

Gründe, die neueste Folge von Auto Rádio zu sehen oder zu hören, gibt es also genug. Der Podcast ist nächste Woche auf den üblichen Plattformen zurück: YouTube, Apple Podcasts und Spotify.

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