Einstand von Miguel Oliveira bei ROKiT BMW Motorrad WorldSBK
„Willkommen in der Familie, Miguel,“ – mit diesem Satz wurde Miguel Oliveiras Wechsel zum Team ROKiT BMW Motorrad WorldSBK offiziell. Der portugiesische Fahrer teilt sich die Box künftig mit dem Italiener Danilo Petrucci, der ebenfalls bereits in der MotoGP antrat. Oliveira nimmt dabei seine Startnummer #88 mit und bringt sie auf seiner neuen BMW M 1000 RR an.
Nach sieben Saisons in der MotoGP beginnt für Miguel Oliveira nun ein neues Kapitel in der Superbike-Weltmeisterschaft. Damit tauscht er eine Serie, in der nahezu reine Prototypen unterwegs sind – gewissermassen die Formel 1 auf zwei Rädern – gegen eine Meisterschaft, die von seriennahen Produktionsmotorrädern geprägt ist. Es geht also um Modelle, die technisch sehr nah an dem sind, was man beim Händler kaufen kann.
BMW M 1000 RR: Strassenversion und Renntrim im Vergleich
Trotzdem ist die Maschine des Portugiesen nicht einfach „nur“ eine S 1000 RR, die mit einem Extra-Schub versehen wurde. Bei der BMW handelt es sich um ein Homologationsmodell, das bereits in der Strassenkonfiguration mit eindrucksvollen Eckdaten aufwartet: 218 PS bei 14.500 U/min, 314 km/h Höchstgeschwindigkeit sowie Carbon-Flügel, die 30 kg Downforce erzeugen können.
Wie zu erwarten, fallen die Werte in der Rennversion – trotz der von der FIM für Superbikes vorgegebenen Einschränkungen – nochmals deutlich aggressiver aus als beim Strassenmotorrad.
Das Gesamtgewicht sinkt bis auf 168 kg, während die Leistung auf geschätzte 240 PS klettert. Am stärksten zeigt sich der Abstand vor allem bei der Bremsanlage und bei der aerodynamischen Ausarbeitung. In der MotoGP setzen die Prototypen auf karbon-keramische Bremsscheiben.
In Wahrheit liegt die Lücke zu den MotoGP-Rennmaschinen nicht „Lichtjahre“ weit weg. Sie lässt sich vielmehr in Sekunden pro Runde ausdrücken. Je nach Strecke kann die Differenz sogar unter zwei Sekunden liegen.
Um den Vergleich einfacher zu machen, haben wir die folgende Tabelle erstellt:
Von der MotoGP in die WorldSBK: Bilanz und Anspruch
Der aus Almada stammende Fahrer verlässt das MotoGP-Paddock nach sieben Jahren in der Königsklasse mit einer starken Erfolgsbilanz: zwei Vizeweltmeisterschaften (Moto3 und Moto2) sowie fünf Siege in der MotoGP.
Diese fünf Siege haben einen besonderen Beigeschmack – denn sie kamen weder auf dominanten Maschinen noch in einem klar überlegenen Umfeld zustande. Den ersten Sieg in der Geschichte des KTM-Tech3-Teams holte Miguel Oliveira, und auch der letzte Sieg des offiziellen KTM-Werksteams ging auf das Konto des Portugiesen.
Maverick Vinales, Brad Binder, Enea Bastianini und Pedro Acosta zählen zu den hoch eingeschätzten Namen im aktuellen Feld – und dennoch hat es bislang keiner von ihnen geschafft, die Resultate des „Falcão luso“ auf der österreichischen Maschine zu übertreffen. Das sind inzwischen drei Saisons…
Der Wechsel von MotoGP zu WorldSBK ist damit weit mehr als nur ein Austausch der Meisterschaft: Es ist ein Schritt in eine andere Grundidee. Auf der einen Seite stehen reine Renn-Prototypen, auf der anderen Motorräder, die für die Strasse entwickelt und danach zu Wettbewerbsgeräten umgebaut werden. An Oliveiras eigener Leitlinie ändert das nichts: gewinnen.
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