Valve hat gerade eine neue Steam Machine angekündigt. Das Gerät soll als Konsolen-PC gegen PS5 und Xbox Series antreten – und markiert ein überraschendes Comeback für eine Produktlinie, die viele seit Jahren abgeschrieben hatten. Wieso also diese Rückkehr?
Für eine unerwartete Meldung ist das ein Volltreffer: Valve hat gleich drei neue Produkte vorgestellt – ein Virtual-Reality-Headset, den Steam Frame, einen Controller namens Steam Controller und eben eine Konsole: die Steam Machine. Im Mittelpunkt steht dabei klar das letzte Gerät.
Optisch kommt die neue Steam Machine als schwarzer Würfel daher. Vorn sitzen zwei USB-Ports, dazu gibt es ein austauschbares, anpassbares Top-Cover und eine LED-Leiste, die sich über die gesamte Länge zieht. Laut Valve ist das Ziel eindeutig: aktuelle Blockbuster aus Steam sollen problemlos laufen. In der Präsentation sagt das Unternehmen offen, dass hier ein leistungsstarker Gaming-PC in einem sehr kompakten Gehäuse steckt, der sich direkt an den Fernseher oder an einen PC-Monitor anschliessen lässt – im Ergebnis also: eine Konsole.
Die Steam Machine ist 2025 eine echte Überraschung
Valve zufolge ist die Steam Machine sechsmal leistungsfähiger als ein Steam Deck. Im Inneren arbeitet ein massgeschneiderter AMD-Zen-4-Prozessor mit einem TDP von 30 Watt, dazu kommen 16 GB DDR5-RAM plus 8 GB GDDR6-RAM. In den Angaben zur Hardware heisst es, dass damit „alle grossen Spiele“ in 4K bei 60 Bildern pro Sekunde laufen sollen – Ray-Tracing aktiviert, wohlgemerkt. Damit orientiert sich Valve klar an dem, was der Konsolenmarkt heute verlangt.
Für den Speicher sind zwei Varianten geplant: einmal 512 GB, einmal 2 TB. Das lässt ausreichend Platz für grosse Bibliotheken.
Steam OS und Zertifizierung: weniger Einstellen, mehr Spielen
Ein wichtiger Zusatz: Das System setzt auf Steam OS, und Spiele sollen – ähnlich wie beim Steam Deck – eine Zertifizierung erhalten. Heisst konkret: Nutzerinnen und Nutzer müssen sich nicht erst bei den ersten Starts durch unzählige Optionen kämpfen, um passende Einstellungen zu finden.
Preis und Veröffentlichungsdatum hat Valve bislang nicht genannt. Es ist naheliegend, dass die Firma von Gabe Newell in den kommenden Monaten nachlegt und mehr Details liefert.
Warum Valve zur Steam Machine zurückkehrt: die Steam-Deck-Lehre
Steam Machines sind grundsätzlich keine neue Idee. Bereits 2015 hatte Steam diese Gerätekategorie gestartet, mit dem gleichen Kernversprechen: Konsolenkomfort am Fernseher. Das Konzept verlor jedoch schnell an Schwung und wurde 2018 faktisch für tot erklärt. Was hat sich also geändert? Zwei Worte liefern die Erklärung: Steam Deck.
Die ersten Steam Machines waren im Grunde klassische PCs mit Steam OS (häufig sogar zusätzlich mit Windows). Es handelte sich um lizenzierte Modelle verschiedener Hersteller – etwa Alienware, Zotac oder Gigabyte. Als Hybridlösung waren sie oft unausgereift, gleichzeitig teuer, und konnten viele Käuferinnen und Käufer nicht überzeugen. Viele blieben lieber beim „klassischen“ PC.
2021 hat Valve dann mit dem Steam Deck deutlich umgesteuert. Dieses Gerät setzte die Strategie neu auf: eigene Hardware, ein geschlosseneres Gesamtsystem und ein deutlich stärker auf „Konsole“ getrimmtes, vor allem aber leichter zu bedienendes Betriebssystem. Hinzu kam, dass Spiele fortan für das Gerät zertifiziert und passend abgestimmt werden. Genau diese Idee – simpel, effizient und alltagstauglich – überträgt Valve nun auf die neue Steam Machine. Ob sie wirklich viele Menschen erreicht, hängt letztlich an einem entscheidenden Punkt: dem Preis.
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