Wer sich bisher die Haare mühsam superglatt geföhnt hat, könnte 2026 plötzlich richtig Lust auf einen Wechsel bekommen. Denn ein luftiges, voluminöses Brushing mit lockerer 90er-Textur rückt auf einmal wieder in den Vordergrund – bei Promis, auf den Runways und genauso im Alltag. Der Vibe ist eindeutig nostalgisch, wirkt dabei aber keineswegs verstaubt und passt erstaunlich gut zum aktuellen Wunsch nach mehr Natürlichkeit.
Warum 90er-Locken plötzlich wieder überall auftauchen
Wer aktuelle Award-Shows verfolgt, bemerkt sofort ein Muster: Frisuren gehen wieder mehr in die Breite statt nur in die Länge. Wellen, Locken und Fülle dominieren – mit Anklängen an Filmikonen und Serienfiguren der 90er, nur insgesamt softer und zeitgemässer interpretiert.
Volumen schlägt Sleek – 2026 geht der Trend klar weg von streng geglätteten Längen hin zu lebendigen, beweglichen Locken.
Hinter dem Comeback stecken mehrere Treiber:
- Star-Power: Schauspielerinnen wie Julia Roberts oder Sarah Jessica Parker werden erneut als Locken-Referenzen genannt.
- Roter-Teppich-Momente: Bei Veranstaltungen wie den Grammy Awards und den Golden Globes sieht man vermehrt grosse, glänzende Locken statt flach geglätteter Looks.
- Back to Natural: Viele möchten ihre natürliche Struktur zeigen, anstatt sie zu verstecken oder „plattzubügeln“.
- Nostalgie-Faktor: Die 90er stehen für cozy, unkompliziert und ein bisschen romantisch – genau dieses Gefühl transportiert die neue Lockenwelle.
Wichtig dabei: Es ist kein 1:1-Revival. Die Frisur orientiert sich zwar klar an den 90ern, wird aber durch moderne Pflegeprodukte und aktuelle Stylingmethoden deutlich tragbarer – und insgesamt weniger „aufgetürmt“.
Was das typische 90er-Brushing heute ausmacht
Das aktuelle 90er-Brushing ist mehr als „einfach Locken“. Es folgt wiedererkennbaren Regeln, die den Look sofort identifizierbar machen.
Lockenform und Bewegung
Die Textur liegt irgendwo zwischen Welle und Korkenzieher. Typisch ist, dass die Locken:
- grosszügig fallen und eher weich wirken als hart definiert,
- so gestylt sind, dass sie beim Gehen sichtbar mitfedern,
- nicht überall identisch sind – manche Partien sind stärker gedreht, andere nur sanft gewellt.
Gerade diese gewollte „Unperfektheit“ macht den Style modern. Er soll so aussehen, als hätten sich die Locken von selbst gesetzt – nicht wie komplett durchgestylt, durchgekämmt und festgesprüht.
Volumen am Ansatz und ein weicher Rahmen ums Gesicht
Der zentrale Punkt: Fülle beginnt direkt am Ansatz. Statt flach am Kopf zu kleben, hebt sich das Haar leicht an und fällt anschliessend in luftige Längen. Um das Gesicht liegen breite, geschmeidige Strähnen, die an typische 90er-Romcom-Heldinnen erinnern.
Je nach Länge verändert sich der Gesamteindruck:
- Sehr langes Haar: Es entsteht das Gefühl einer richtigen Locken-Kaskade, die in der Bewegung „einfriert“ – fast wie ein perfekter Schnappschuss.
- Mittellanges Haar: Der Look wirkt leichter und verspielter, mit stärker spürbarem Blowout-Feeling.
Charakteristisch sind zudem leicht nach aussen gedrehte Spitzen – inspiriert von klassischen Sitcom-Frisuren, heute aber mit deutlich mehr Glanz und Pflegewirkung als damals.
Die lässige Scheitel-Regel
Der Scheitel bleibt absichtlich unpräzise. Statt ihn mit dem Stielkamm sauber zu ziehen, wird er mit den Fingern arrangiert. Entweder sitzt er locker mittig oder minimal seitlich versetzt. Ziel ist ein Eindruck wie „vom Wind geformt“ – nicht wie frisch aus dem Friseurstuhl.
So gelingt das 90er-Brushing mit Locken oder glattem Haar
Wie einfach der Trend umzusetzen ist, hängt stark von der Ausgangsstruktur ab. Natürliche Locken/Wellen brauchen eine andere Herangehensweise als sehr glattes Haar.
Für natürlich lockige oder krause Haare
Hier steht nicht das Erzeugen von Locken im Fokus, sondern das Herausarbeiten dessen, was bereits da ist.
- Pflege und Feuchtigkeit: Mit einem feuchtigkeitsspendenden Shampoo und Conditioner starten, danach eine reichhaltige Leave-in-Pflege oder Lockencreme einarbeiten.
- Diffusor statt Glätteisen: Kopfüber mit dem Diffusor bei mittlerer Hitze trocknen, damit Struktur erhalten bleibt und das Volumen sichtbar zunimmt.
- Gezieltes Formen: Nur einzelne Strähnen rund ums Gesicht mit dem Lockenstab leicht nacharbeiten, um dem Look mehr Richtung zu geben.
- Fixieren ohne Crunch: Einen leichten Schaum oder einen Gel-Cream-Mix verwenden, der definiert, ohne die Locken hart werden zu lassen.
Entscheidend: Das Haar nicht permanent kneten, wenn es fast trocken ist. Sonst entstehen schnell Frizz und Unruhe statt klarer, lebendiger Bewegung.
Für glatte oder leicht wellige Haare
Bei dieser Ausgangslage braucht es mehr Technik – dafür lässt sich das Ergebnis sehr kontrolliert gestalten.
- Volumenbasis schaffen: Nach dem Waschen Volumenmousse in die Längen und leicht an den Ansatz geben.
- Rundbürsten-Föhnen: Mit einer grossen Rundbürste Strähne für Strähne nach aussen eindrehen und beim Föhnen jeweils gut auskühlen lassen.
- Locken „brechen“: Wer mit dem Lockenstab sehr perfekte Korkenzieher-Locken erzeugt, bürstet sie am Schluss vorsichtig mit einer weichen Bürste aus.
- Finger statt Kamm: Mit den Fingern auflockern, den Scheitel zurechtrücken und einzelne Partien bei Bedarf wieder leicht eindrehen.
Die Devise lautet: Erst bewusst überstylen, dann kontrolliert „zerstören“, bis die Locken lässig aussehen.
Produkte, mit denen der 90er-Look alltagstauglich wird
Damit das Volumen nicht „trocken“ wirkt, müssen die Haare gleichzeitig gepflegt und glänzend aussehen. Folgende Produktkategorien unterstützen den Look:
| Produktart | Wirkung auf den Look |
|---|---|
| Feuchtigkeitsmaske | Verhindert Frizz, sorgt für Geschmeidigkeit und Glanz |
| Volumenmousse | Bringt Stand in den Ansatz, gibt Halt ohne Verkleben |
| Hitzeschutzspray | Schützt die Haarfaser beim Föhnen und beim Lockenstab |
| Leichtes Lockengel oder Cream | Definiert Wellen und Locken, ohne sie steif zu machen |
| Glanzspray | Lässt den Style hochwertig und gepflegt aussehen |
Wer sehr feines Haar hat, sollte schwere Öle nur in die Spitzen geben – sonst bricht das Volumen schnell wieder zusammen.
Für wen eignen sich die neuen 90er-Locken – und wo liegen Grenzen?
Die gute Nachricht: Der Style funktioniert bei vielen Gesichtsformen und in unterschiedlichen Altersgruppen. Durch die weiche Bewegung lässt sich das Gesicht optisch strecken oder runder wirken lassen – je nachdem, wie die Locken gesetzt werden.
- Rundes Gesicht: Mehr Höhe am Oberkopf, weniger Breite an den Seiten, der Scheitel eher leicht versetzt.
- Schmales Gesicht: Locken seitlich etwas breiter ausarbeiten, um mehr Kontur zu schaffen.
- Markante Kinnpartie: Strähnen auf Kinnhöhe weich nach aussen drehen, damit die Linie sanfter wirkt.
Einschränkungen gibt es vor allem bei stark strapaziertem Haar. Wer sehr häufig blondiert oder mit Haarbruch zu tun hat, sollte Hitze reduzieren und gegebenenfalls im Salon nach schonenderen Stylingoptionen fragen. Zu aggressives Föhnen und regelmässiges Lockenstab-Styling kann die Haarstruktur auf Dauer zusätzlich schwächen.
Mehr als nur Trend: was der Locken-Boom über unser Schönheitsbild sagt
Dass Locken wieder so präsent sind, zeigt einen grösseren Wandel. Lange galten glatte, „kontrollierte“ Haare als unangefochtenes Ideal. 2026 wirkt es fast erleichternd, wenn Friseurinnen und Friseure erneut mit natürlicher Struktur arbeiten und Haare wieder „leben“ dürfen.
Hinzu kommt etwas sehr Praktisches: Wer die Technik einmal beherrscht, kann das 90er-Brushing oft mehrere Tage tragen. Am zweiten Tag reicht häufig ein kurzes Auffrischen mit etwas Wassernebel, ein wenig Lockenspray und Diffusor, um die Fülle zurückzubringen. Das spart Zeit und ist – im Vergleich zum täglichen Glätten – schonender fürs Haar.
Ausserdem passt der Look auffallend gut zu aktuellen Mode- und Make-up-Strömungen. Weite Hosen, Oversized-Blazer, natürliche Foundation und glossige Lippen harmonieren perfekt mit den soften Locken. Wer es eleganter möchte, kombiniert sie mit einem tiefen Seitenscheitel und Statement-Ohrringen; wer es entspannter mag, trägt sie zu Sweater und Jeans.
Wer ohnehin schon länger überlegt, sich von glatten Standardfrisuren zu lösen, bekommt 2026 eine ideale Gelegenheit: ein Trend, der nicht nur auf Instagram funktioniert, sondern ebenso im Büro, an der Uni und beim Date – und der nebenbei zeigt, wie gut Haare aussehen können, wenn man ihnen wieder mehr Freiheit lässt.
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